Geld

Wenn Sie etwas tiefer eintauchen wollen ins Geldwesen, dann können Sie hier das kleine Buch „Talent, schuldenfreies Tauschgeld“ als PDF herunterladen, das vor mehr als 20 Jahren erschienen ist.
Für viele Menschen ist aber dieses Büchlein schon zu hoch gegriffen. denen empfehle ich hier weiter zu lesen. Hier wird das Geld näher beleuchtet, wie wir es im täglichen Leben kennen.

Talent

Spare in der Zeit, so hast du in der Not! Davon könnten wir ein Menschenrecht ableiten: Wenn ich heute 7000 Franken in die Schatulle oder auf die Bank lege, dann kann ich in 20 Jahren damit das machen, was ich heute hätte machen können. Leider gibt es dieses Menschenrecht nicht. Leider – leider. Wie bei den 4 Elementen, so auch beim Geld. Es geht um Unterscheidungskraft. Es geht darum, zu wissen, dass Feuer etwas kategorisch anderes ist als Wasser, Luft etwas anders als Erde, usw. Das Geldkreuz hier unten dran zeigt diese prinzipiellen Unterschiede.


Wenn ich mit Mitmenschen über’s Geld rede, sagen die Meisten: „das verstehe ich halt nicht“. Und ich bin erstaunt darüber, über was alles wir Bescheid wissen, über das Geld aber, das wir doch täglich benutzen, wissen wir ungefähr nichts. Dieses Nichtwissen ist aber eher scheinbar. Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser hier weiterlesen, wird Ihnen vieles gleich klar und logisch vorkommen. Heute geht es vor allem darum es sich richtig bewusst zu werden.
Das Bild hier oben heisst: die „4 Elemente des Geldes“ oder das „Geldkreuz“.

Verschiedene Bücher versuchen uns zu erklären, wie unser Geldwesen funktioniert. Aber fast alle sind immer noch zu hoch, zu schwierig.

Darum schlage ich vor, über dieses „Geldkreuz“ oft nachzudenken. Wenn Sie dieses Geldkreuz vor Augen haben, sobald Sie etwas vom Geld hören, dann haben Sie schon eine Landkarte, das Gehörte einzuordnen. Das Kreuz ist allerdings etwas aus der Form geraten. Es ist schon etwas komplex geworden. Aber es ist eine gute Landkarte, die einfachen und doch gewichtigen Unterschiede im Geldwesen zu verstehen.
Hier sind die alltäglichsten Unterscheidungen enthalten, welche uns so selbstverständlich sind, dass sie unbewusst „nebenher“ laufen. Diesen Verschiedenheiten sollten wir uns in der kommenden Zeit mehr bewusst werden. Seit 2008 wissen wir, dass sich unsere Geldordnung in Schräglage befindet.

Ich schreibe hier (nicht besonders systematisch) einige Aspekte:
<<< Ich verwende den Begriff „Währung“ als Oberbegriff.
<<< Der horizontale Balken ist die Währung. Aber bereits auf der blauen Seite gibt es drei ganz verschiedene Dinge:
— Gold- und Silbermünzen
— Papiergeld
— Geld auf dem Lohnkonto
<<<  Gold- und Silbermünzen sind ein materieller Wert, ein universales Tauschmittel. Ein Grossteil des Wertes der draufsteht ist in ihnen enthalten. Sie haben etwas materielles in der Hand.
<<< Geld auf dem Lohnkonto hingegen ist nur ein Anspruch, eine Verrechnungseinheit.
<<< Papiergeld ist etwas zwischen drin.
<<< Münzen und Papiergeld sind zusammen das Bargeld.

<<< Hortgeld  kann nur aus Bargeld gemacht werden. Weil Geld auf Sparkontos praktisch keinen Zins mehr bringt, heben es viele Leute ab und stopfen es zu Hause in einen Tresor. Sie nehmen es selbst in die Hand, für den Fall, dass die Bank Pleite geht. Zypern und Griechenland haben das schon erlebt. Wir glauben vorläufig nicht daran, dass dies bei uns passieren könnte, „Gott gebe, dass es hebe“ (hält).
Das ist der versteckte Hauptgrund für die Bargeldabschaffung. Banken müssen, wenn ihnen der Konkurs droht, unsere Kontos blockieren und ein wenig rupfen können. Sie brauchen unsere Abhängigkeit. Wenn wir das Geld bar nach Hause nehmen, verlieren die Banken ihre Macht.
<<< Blau ist Fliessgeld > Umlaufgeld, braun ist Standgeld > Hortgeld. Diese horizontale Ebene gab’s schon im Altertum. Dazu braucht es keine Bank.
<<< Die Bank schneidet nun da rechtwinklig durch diese horizontale Ebene hindurch. Sie bringt etwas ganz anderes da hinein: Geld als Schuld. Klassischerweise ist die Bank für Schulden zuständig. Du bringst Geld zu Bank, eröffnest ein Sparkonto. Nun ist die Bank dir dieses Geld schuldig. Sie muss die Schuld bald weitergeben. Die Bank mietet von dir Geld und vermietet es weiter. Beim Weitervermieten verlangt sie mehr Zins als sie dir gibt. Klassischerweise lebt sie genau von dieser Zinsdifferenz.  Das war/ist die Funktion der Bank in der realen Wirtschaft. (jedenfalls haben wir dies in der Schule so gelernt. Wir glaubten es bis jetzt so. Heute ist dies bestimmt nicht mehr so: Wenn Sie zur Bank gehen und eine Hypothek wünschen, dann kann die Bank Ihnen Geld auf Ihr Baukonto gut-schreiben, das sie gar nicht hat, Geld, das bis jetzt gar nicht existiert hat. Sie kann Geld aus dem Nichts kreiren. Ob die Genossenschaftsbanken, die Sparkassen, vor 100 Jahren so funktioniert haben, wie wir es bis jetzt glauben oder nicht, darüber will ich nicht weiter Text produzieren………………)
<<< Der Staat hat eine andere Funktion. Er muss das Tauschmittel „Geld“ zu Verfügung stellen. Er ist für die blaue Seite verantwortlich.
<<< Haben Sie gewusst, liebe Leserin, lieber Leser, dass zu den ältesten Schriftstücken der Welt auch Buchhaltungs-„Papiere“ gehören. Unter den sumerischen Keilschrift-Tontafeln gibt es schon Abrechnungen. Die Tempel haben Buch geführt, wer wem was schuldig ist, und wer schon bezahlt hat. 2000 Jahre bevor es unpersönliche Münzen gab, gab es schon Schulden und Buchhaltungen darüber. Das war nicht Tauschhandel, sondern da gab es schon „Verrechungseinheiten“. Zum Beispiel in Kilo Getreide gerechnet.
<<< Als ich 20jährig wurde – Mitte der sechziger Jahre – hatten wir in der Schweiz die Situation, dass das Silber im Einfränkler mehr wert war, als 1 Franken. Darum wurden damals die Silbermünzen abgeschafft und durch Nickel, usw. ersetzt.
<<< Wir müssen also unterscheiden zwischen Geld, das nur aus Papier besteht oder elektronisch gutgeschrieben, nur gebucht wird (BG) und Geld in Edelmetall, das einen ähnlichen Wert in sich  hat, wie drauf ist (EMG).
<<< Buchgeld kann nicht unpersönlich sein, Edelmetallgeld schon.

<<< Buchgeld kann seinen Wert verlieren, Edelmetallgeld ganz anders.

<<< Papiergeld ist da zwischen drin: Es ist unpersönlich wie Edelmetallgeld, aber es kann seinen Wert verlieren wie Buchgeld.
<<< Wir nehmen jetzt nicht die Extremsituation eines Mannes auf der sinkenden Titanik, dem sein Pfund Gold in der Tasche nichts mehr nützte. Nein, wir nehmen die Situation des deutschen Volkes um 1923, als ein Kilo Brot mehr als eine Million kostete.
<<< Horten – also zu Hause in den Tresor stopfen – kann man nur Münzen und Papiergeld. Wenn man Buchgeld ansammeln will, muss man es immer jemandem anvertrauen – der Bank.
Wir haben also die schwere Aufgabe, uns immer vor Augen zu halten, dass Geld (mindestens) drei verschiedenen Funktionen hat.
1. Geld als alltägliches Zahlungsmittel: Umlaufgeld, Flussgeld.
2. Geld als Vermögensspeicher: Hortgeld, Sparstrumpf, Kässeli.
3. Geld zum Ausleihen gegen Zins: Leihgeld, Spargeld auf der Bank.
In der Presse sagt man für Umlaufgeld auch Kaufgeld und für Leihgeld auch Anlagegeld.
<<< die vierte Funktion des Geldes, das Spekulieren können wir hier mal weglassen, nehmen wir am Schluss noch etwas dran.
Diese drei Funktionen sind uns so selbstverständlich, dass wir kaum bemerken, dass die eine Funktion die andere im Lauf der Zeit sehr stört.
Wenn es dem Staat gelingen würde ein Geld herauszugeben, das nur als Umlaufgeld geeignet und erlaubt ist – ja dann!! Dann hätten wir nicht so ein Geldpuff, wie wir es heute weltweit erleben. Und das wäre eigentlich machbar. Aber davon später.
<<< Im alten Rom gab es nur Münzgeld. Die Armee fiel in ein fremdes Land ein, raubte alles Gold und Silber, schlug damit Münzen, und dann lief die Wirtschaft. Immer wenn viel Umlaufgeld da ist, dann läuft die Wirtschaft. Und dann geschah immer das Gleiche: die Reichen und Mächtigen wurden noch reicher. Sie stopfen die Münzen in ihre Schatullen. Nach und nach war kein Umlaufgeld mehr da, die Wirtschaft stagnierte. Im Extremfall schlug das verarmte Volk den Reichen den Kopf ab, holte das Geld aus den Schatullen, verteilte es unter die Leute und dann lief die Wirtschaft wieder.
<<< An dieser kleinen Geschichte sehen wir, dass Umlaufgeld etwas ganz anderes ist als Hortgeld. Die zweite Funktion der Geldes macht die erste kaputt.
<<< Mit dem Sparkonto fängt eine andere Ebene an, die Ebene des Leihgeldes gegen Zins. Die Bank nimmt am Schalter das Flussgeld des Sparers als Leihgeld herein und gibt es am andern Schalter als Leihgeld dem weiter, der ein Haus bauen oder ein Geschäft gründen will. Zwischen drin macht sie zwei Darlehensverträge. Im Bild vom Geldkreuz können Sie sich das gut vorstellen. Sie gibt die Darlehensverträge einen Stock höher in die Abteilung Leihgeld. Diese Verträge sind nun Wertpapiere, etwas anderes als Geld, aber auch ein Wertpapier kann wie Geld benutzt werden.
Bis 1977 erhielt ich meinen Lohn in Bargeld und gab es als Bargeld wieder aus. Das war weitgehend schulden- und spesenfrei. Auf den Wertpapieren der Bank hingegen gibt es immer Zinsen oder Spesen oder beides. Papiergeld kann man ein Jahrzehnt lang herum liegen lassen. Es steht still. Es schläft. Bankpapiere hingegen sind immer am Laufen. Ständig kostet’s etwas.
Der Zins ist etwas Angenehmes, für den, der ihn bekommt. Aber schweizweit bringt der Zins noch viel mehr Probleme (Unordnung) in unsere einfache Franken-Währung als das Horten. Die Bank kann nämlich das Geld vom Sparheft nicht für sich behalten. Sie gibt es für Hypotheken weiter. 1992 zahlte ich 8 % Zins auf der Hypothek. Über viele Jahrzehnte kann man einen Durchschnittszins von 4 % annehmen. Mit Zins und Zinseszins vermehrt sich aber eine Tausendernote auf diese Weise enorm. Innerhalb von gut zweihundert Jahren wird sie zu einer Million. Jede solche Vermehrung von Geld oder geldähnlichen Anlagen gefährdet die Stabilität unserer Währung und damit den gleichmässigen Lauf unserer Wirtschaft.
Und unsere Zentralbank, von der angeblich das Geld kommt hat als erstes den Auftrag der Preisstabilität. Sie soll machen, dass unser Geld nicht den Wert verliert. Das ist ihr aber schwer möglich, solange das Geld gegen Zins verliehen wird. Der Dollar zum Beispiel hat innert 100 Jahren um das zwanzigfache an Wert verloren. Was vor 100 Jahren 5 Cent wert war, kostet heute einen Dollar.

<<< Es wichtig zu wissen, dass ein Lohnkonto etwas ganz anderes ist, als ein Sparkonto, obwohl es oft genau gleich aussieht. Das Lohnkonto ist ein Korrent-Konto, übersetzt: ein Laufkonto. Da gibt es normalerweise keine Zinsen, nein, es kostet noch Spesen. Beim Sparheft – wie man früher sagte – gab’s keine Spesen, sondern Zins.

<<< Wichtig zu wissen: Das Umlaufgeld könnte eigentlich einfach fliessen. Es ist von Natur aus kein Schuldgeld. Es ist das Blut der Wirtschaft. Es „transportiert“ alles, was man für Geld haben kann, alles vom grün-weissen Sockel dieses Kreuzes. Das Bankengeld hingegen ist immer Schuldgeld. Heute haben wir rund um die Welt vier mal so viel Schulden wie Welt-Jahreseinkommen. Ist ja klar, dass diese Schulden niemals zurückgehalt werden können. Sie können nur zusammen mit dem Geldwert vernichtet werden.

<<< Wenn wir das Blut als Gleichnis für Geld nehmen: Es gibt im menschlichen Körper praktisch keinen Reservetank. Das Blut fliesst und fliesst im Kreislauf. Wenn wir uns sagen: „Spare in der Zeit, so hast du in der Not“, dann ist dies das Gegenteil. Der Mensch hat natürlich auch Energiereserven, zum Beispiel die Fettpolster. Aber diese sind vom Blut getrennt. Es ist ein menschlicher Irrtum, das Blut der Wirtschaft könne zugleich Energiespeicher sein. Wir sollten von der Natur abschauen. Wir sollten den Vermögensspeicher vom Umlaufgeld trennen. Sonst rächt es sich.

<<< Edelmetallgeld ist ein universales Tauschmittel, eine Ware.
<<<Buchgeld ist eine Abmachung zwischen den Menschen, eine Verrechnungseinheit. Darum gibt es heute Menschen, die sagen: „Silbermünzen sind keine Währung!“. Vor Jahrhunderten waren sie die Währung schlechthin.

<<< Christoph Pfluger – einer der besten Kenner des Geldwesens – sagt: Wir wissen, was Geld tut. Aber wir denken nicht daran, was Geld ist. Geld ist ein Anspruch, ein Anspruch auf materielle Werte. Vor 150 Jahren gaben verschiedene Banken eigenes Papiergeld heraus, zum Beispiel die Credit-Swiss und Orell Füssli drucke es. Und die Leute misstrauten natürlich diesem Papier. Darum mussten die Banken versprechen: „Sie können jederzeit kommen und ihre Banknote in die Goldmünze zurück verwandeln!!“ Damals war Papiergeld ein Anspruch auf Edelmetall.  Heute ist Geld auf dem elektronischen Bankkonto ein Anspruch auf Papiergeld.
Bei einem Bank-Run wollen zu viel Menschen auf’s mal ihr Konto in Papiergeld verwandeln. Siehe Bild. Besser Sie, liebe Leserin, lieber Leser, holen Ihr Geld jetzt ab. Es gibt ja eh keine Zinsen mehr auf den Kontos.

Das Buch von Christoph Pfluger heisst: „Das nächste Geld“ Sehr empfehlenswert! Und Christoph hat noch eine Kurzfassung dazu geschrieben. Sie heisst „Geld verstehen – Kurze Anleitung zur Überwindung
des kollektiven Irrtums“ Hier noch der Link zum Herunterladen dieses kleinen Buches in elektronischer Form:
http://edition.zeitpunkt.ch/buch/geld-verstehen/
Auf dieser Homepage können Sie es für 5 Franken bestellen.

<<< In der Mitte unseres Kreuzes ist das dunkelgraue Quadrat. Dort schreibt man hinein, was der Schweizerfranken oder der Euro heute wert ist. Die Zentralbank/Nationalbank hat den Auftrag, dafür zu sorgen, dass der Kurs möglichst stabil ist, Preisstabilität.

<<< Irgendwann muss der Staat / die Politik sich aus der Gefangenschaft der Banken befreien. Das kann nur durch Trennung geschehen. Es muss eine Trennung her, zwischen dem Flussgeld und dem Bankgeld.

<<< Das ist möglich. Das gab es schon. Es gab „die gute alte Zeit“, die gab es wirklich. Nicht, dass die Menschen damals humaner gewesen wären, oder ethischer, nein, bestimmt nicht! Aber das Geldsystem war sehr gut für die Wirtschaft und dadurch auch für die Armen. Und natürlich war diese damalige Geldordnung nicht bewusst deswegen so eingerichtet worden. Nein – die Fürsten fingen diese neue Mode aus Egoismus an. Aber für die Wirtschaft hatte sie eine sehr gute Nebenwirkung. Und das ging so: Die Fürsten machten alle 1 bis 4 Jahre das bisherige Geld ungültig, man musste es gegen neues eintauschen. Aber man bekam für zehn alte Silberstücke nur neun neue. Der vielleicht grösste Kirchenlehrer der Katholiken – Thomas von Aquino – schrieb damals: „Geld ist zu nichts anderem gut, als dass man es ausgibt!“
Und genau so war es damals. Das Geld floss zügig und dadurch lief auch die Wirtschaft zügig. Was vorher zwei Jahrtausende ständig passierte, kam jetzt keinem Menschen mehr in den Sinn. Vorher haben die Reichen ständig die Münzen verschatzt. In diesen dreihundert Jahren aber wusste jeder: „Wenn ich meine Münzen in eine Schatztruhe sperre, wird plötzlich neues Geld ausgerufen und schon habe ich 10% weniger“.
Dieses Ausrufen des neuen Geldes hatte sogar einen schönen lateinischen Namen: Renovatio monetarum, Gelderneuerung.
Diesen Mechanismus würde man heute „Umlaufsicherung“ nennen, auch ein schöner Name.
<<< Etwa 1150 bis 1450 gab es im deutschen Sprachraum ein solches Geld. Im norddeutschen Raum waren das 300 Boomjahre, die Hansestädte wurden damals gross.
<<< Auch heute wäre dies denkbar: Der Staat macht ein Geld, welches zum Ausleihen gegen Zins verboten ist. Es gäbe keine Kreditkarten. Klar, Kredit wäre ja ausleihen. Es gäbe nur Kontokarten. „Prepaid“, wie man heute sagt. Das heisst: „Du kannst nur so viel Geld ausgeben, wie Du auf dem Konto hast“. Bei der Postcard ist dies ja jetzt schon so. Und es gäbe noch Cash-Karten, die man mit Geld aufladen kann, und mit denen man dann ganz unpersönlich zahlen kann. Das gab’s bei der Schweizerpost auch schon. Es hiess Cash-Karte.  Zum Beispiel, wenn ein Mann zur Prostituierten geht, muss diese Zahlung unpersönlich möglich sein.
<<< Das Besondere bei diesem Geld ist noch, dass es eine Umlaufanimation eingebaut hätte: Alles Geld, das länger als vier Wochen auf dem Konto liegt, wird mit einem Promille Spesen pro Woche belastet. Wenn Sie also 7 Wochen nach dem Zahltag 1000 Franken auf dem Konto vergessen würden, dann hätten Sie noch 997 Franken. Nicht schlimm! Aber alle wüssten, dieses Geld ist nur zum Ausgeben da, nicht für Vermögens-Aufbewahrung.
<<< Und man könnte mit diesem Geld Steuern zahlen, AHV-Prämie usw. Die öffentliche Hand würde mit diesem Geld einen grossen Teil der Gehälter zahlen, usw. Dieses Geld würde sofort funktionieren und es wäre nur als Umlaufgeld da. Es könnte durch die andern Geldfunktionen nicht zerstört werden. Eine solche Zwei-Gelder-Wirtschaft sollten wir zu denken versuchen.
<<< Wie anders könnte die Trennung von Staat und Bankenwelt gehen?!
<<< Wie anders soll die Politik sich aus den Klauen der Finanzwirtschaft befreien?!
<<< Alle diese blauen und rotbraunen Striche zwischen den Feldern auf dem Geldkreuz haben Löcher. Sie sind heute sehr durchlässig. Wir können vom Sparkonto ohne weiteres Geld vierstellig in bar verwandeln. Ein Lohnkonto fühlt sich fast gleich an, wie ein Sparkonto. Aber plötzlich könnte sich auf einer solchen Linie die Tür verschliessen.

<<< Auch die dritte Funktion des Geldes macht die erste kaputt.

<<< Hinterlegung: Als wir jung waren, da war ganz klar: „Geld muss hinterlegt sein! Geld muss gedeckt sein!“ In der Regel mit Gold. Heute ist der Schweizerfranken zum grössten Teil mit Euro gedeckt. Und der Euro ist mit nichts gedeckt. Er ist eine reine Luftwährung. Luft bedeutet: wir glauben alle daran, darum funktioniert es. Hahahaaaaa! Da muss ja ein Pferd wiehern.
<<< Umlaufgeld ist etwas ganz anderes als Geld zum Anlegen.
<<< Geld zum Anlegen muss hinterlegt sein.
<<< Reines Umlaufgeld muss nicht hinterlegt sein. Es ist nur eine Verrechnungs-Einheit, kein Vermögens-Speicher.
<<< Der tägliche Geld-Umlauf gehört in die Hand des Staates. Die Banken hingegen sind das Vermögensmagazin. Sie speichern das Vermögen von uns Privatpersonen. Das sind zwei ganz verschiedene Bedürfnisse von uns.
<<< Speichern und umlaufen. Bernhard Lietaer hat in seinem Buch „das Geld der Zukunft“ geschrieben: Kein Geldsystem kann diese so verschiedenen Bedürfnisse auf eine gute Weise erfüllen.

<<< Ich empfehle allen Menschen, sich der Anstrengung auszusetzen, über unser Geldwesen viel nachzudenken, zu meditieren. Dazu ist das obige Bild sehr geeignet.
<<< Seit der Finanzkrise 2008 wissen es fast alle Leute, dass wir ein riesiges Problem haben in unserem Geldwesen. Und Viele glauben, dass es keine Lösung gibt. Das ist aber ein Irrtum. Die Lösungen sind da. Die Ideen welche die grosse Probleme lösen würden, sind da. Aber sie haben in der Politik keine Chance. Darum sind sie nicht denkbar – für die beschränkten Leute, zum Beispiel für die Politiker. So sitzen wir in der Falle ? ziemlich hoffnungslos. Ich will aber doch mal ein paar Problemlösungen aufzählen.
<<< zum Beispiel haben in den 30er-Jahren zwei Senatoren ein Gesetz in Amerika durchgebracht welches ein Trennung herbeiführte: echte Banken wurden von Börsen-Spekulations-Banken getrennt. Es hiess Glass-Steagall-Gesetz. Das funktionierte Jahrzehnte. In den 80er-Jahren wurde es immer mehr verwässert. In den 90er-Jahren wurde es von Clinton abgeschafft. 2008 konnte man die Spekulations-Banken nicht Konkurs gehen lassen, weil sie von den notwendigen echten Banken nicht getrennt waren. Für viele Milliarden mussten sie gerettet werden. Diese Problem-Lösung aus dem vergangenen Jahrhundert kommt bestimmt irgendwann wieder, sie ist einfach, nützlich, machbar.
<<< Es ist sehr schwierig, die Gewinne aus der Börsenspekulation zu besteuern, weil die Spekulanten, ihre Verluste, die sie vor Jahren hatten angerechnet haben wollen. Es ist zu kompliziert. Darum sind die Spekulationsgewinne der Reichen steuerfrei. Nun hat ein Professor – James Tobin – vorgeschlagen statt einer Gewinnsteuer eine Umsatzsteuer einzuführen: Für jeden Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Währung ein Tausendstel Steuern zu verlangen. Würde diese Steuer eingeführt, hätten die Staaten riesige Einnahmen, und könnten sich entschulden. Diese Problem-Lösung kommt bestimmt irgendwann, sie ist einfach, nützlich, machbar. Stellen Sie sich vor: Wenn Sie Kartoffeln oder Brot kaufen, dann müssen Sie 75 Tausendstel Umsatzsteuer zahlen. Dagegen ist ja das eine Tausendstel auf Wertpapierhandel nichts.
<<< Vor etwa 10 Jahren gab es im Völkerbundsgebäude in Genf eine Konferenz, wo hochgestellte Männer über die Armut in der Welt redeten und natürlich darüber, wie sie zu besiegen sei. Von Freitag Abend bis Sonntag Nachmittag. Ein Beobachter der dort war, sagte später: „In den 48 Stunden, ist nicht ein einziges mal das Wort «Reichtum» gefallen“. Diese mächtigen Männer haben also zwei Tage geredet und geredet ohne dass einer auf die Idee gekommen wäre, dass Armut mit finanziellem Reichtum auf dieser Welt zusammenhängt. So sassen sie in der Falle ? ziemlich hoffnungslos. Für mich ist völlig klar, dass wenn wir ein Existenzminimum definieren, wir auch ein Existenzmaximum definieren und durchsetzen müssen. Das Existenzminimum ist auf der Einkommensebene, das Existenzmaximum ist natürlich auf der Vermögensebene. Irgendwo zwischen 7 und 77 Millionen müsste die Grenze sein. Jeder, der mehr als das Existenzmaximum besitzt müsste mindestens 40% davon weggeben, z. B. den Kindern, oder einer Stiftung,  usw. Diese Problem-Lösung kommt bestimmt irgendwann, sie ist einfach, nützlich, machbar.
————>>>>> Die Problemlösungen sind da, aber wir sind noch nicht fähig sie zu denken. Und die Reichen und die Mächtigen erklären uns auch, warum wir sie nicht denken sollen.

August 2017 ist ein Buch herausgekommen –
„Das Geld neu erfinden“ ist der Titel des Buches.
Autor: Jens Martignoni.  –   jmartignoni@flexibles.ch
Das Buch gibt einen guten Überblick über fast alle Parallel-, Krypto-, Regio- und Alternativwährungen. Es tut sich viel auf diesem Gebiet, aber die Masse und ihre Beherrscher hocken auf Ihrer Macht und glänzen mit Ignoranz.

Zu Beginn dieses Artikels habe ich ein Nachdenkbild hingestellt, hier noch ein Nachdenkgedicht:
an goethe:
was die welt
im innersten
zusammenhält
ist doch das geld
Peter Fahr

es sollte aber eher heissen
was die Welt  aussen herum zusammen hält, ist doch das Geld.

zhzg   TALENT – schuldenfreies Tauschgeld

Inhaltsverzeichnis

4 Elemente – vier Elemente
Erde
Feuer
Wasser
Luft
Geld
2 Elemente

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